Palatina sul aqua

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Bucht
BeitragVerfasst: Mi 17. Apr 2013, 19:02 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Liana lässt sich von ihm nicht aus der Ruhe bringen, obwohl sie beschließt, dass sie die Dame erst wieder spielen wird, wenn es unbedingt nötig werden würde.

Es ist interessant, wie Ihr so schnell eine Feststellung über mich machen könnt, weil ich etwas gesagt habe, dass nicht Euren üblichen Erwarungen entspricht. sie lächelt. Unerschätzt zu werden hatte sie inzwischen zu schätzen gelernt.

Zwar hört Liana sich seine Erzählung an und prägt sich alles genauestens ein, doch das Einzige, was sie im Moment tatsächlich informativ fand, war, dass Hector von Adel sein sollte. Das erklärte zumindest sein gelegentliches Verhalten.
Sie kann beim Gedanken daran ein Grinsen nicht unterdrücken. Er hatte sie manches Mal genau so zur Verzweiflung getrieben, wie es die hohen Herrschaften taten, wenn sie sich in einer Stadt aufhielt.


Weshalb erzählt Ihr mir das, Signor? Müsst Ihr es einfach loswerden, oder hofft Ihr, mich damit umstimmen zu können? Oder befindet Ihr diesen Gesprächsstoff einfach als passend für eine freundliche Unterhaltung? Sie scheint ernsthaft interessiert an seinen Gründen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Bucht
BeitragVerfasst: Mi 17. Apr 2013, 19:11 
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Handelsherr
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Haus: Markthalle/Ca' Foscari
Beruf: Kaufmann

Handelsherr
Weil Ihr vielleicht dann begreift, warum ich bei Tortonese verharre. Ihn Tortonese zu nennen, ist ein Aufruf an seine Raison. Ein Aufruf daran, was er wirklich war. Kein Hector oder Schlächter. Ein Signore von Ehre und großer Geschichte. Und weil Namen wachrütteln; wer einen Namen kennt, der macht jemanden verletzlich. Tortonese hat zuerst versucht, sich unsichtbar zu machen, indem er alle Spuren verwischte. Später hat er eingesehen, dass dies Unfug war, und sich doch wieder einen Namen gegeben. Denn in der Zeit, in welcher er wütete, hasste er alles, was er gewesen war. Er hasste den Codex, er hasste Regeln, er hasste das Leben, er hasste die Schwäche, die man durch Regeln sanktionierte. Er trat die Wahrheit und zerschnitt jene, welche für diese kämpften.

Das Gegenteil dessen, was sein Vater gewesen war.

unterstreicht Cesare, der dann einen schwereren Ton beilegt

Sein Vater hieß Ettore. Hector auf Latein.

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Cesare Foscari

Oberster Verwalter der Markthalle, Besitzer des Landgutes Sant' Ambrogio. Kaufmann, Ratsherr, Wein- und Kunstliebhaber.

Das Decamerone en miniature: Die Euganeischen Anekdoten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Bucht
BeitragVerfasst: Mi 17. Apr 2013, 19:27 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Liana blickt ihn offen an.
Sie hatte von alledem natürlich nichts gewusst und sie fand es nicht nachteilhaft, diese Dinge jetzt zu erfahren- denn sie schienen zu stimmen. Dennoch wühlt all das nichts in ihr auf, was sie selber leicht verwundert.
Sie ist ruhig, entspannt und zum ersten Mal, seit sie mit dem Foscari redet, ist ihre Stimme sanft.


Durch das, was Ihr sagt, erschließen sich mir einige Dinge.
Dennoch ist es so, dass er nicht ohne Grund Hector genannt werden wollte. Es war ihm wichtig, hat ihm etwas bedeutet, sonst hätte er diesen Namen nicht gewählt. Und da er wollte, dass ich ihn als Hector kennen lerne, werde ich ihn auch als Hector in Erinnerung behalten, als meinen Kommandanten...bis er diese Identität vielleicht einmal aufgibt.

Vielleicht klingt dies seltsam für Euch, vielleicht könnt Ihr es nicht nachvollziehen oder haltet es für unvernünftig, aber ich kann mich nicht anders entscheiden, versteht Ihr?

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Bucht
BeitragVerfasst: Mi 17. Apr 2013, 19:41 
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Handelsherr
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Handelsherr
Ich verstehe bestens.

lächelt er sie gutmütig an, und legt offen, dass er damit kein Problem hat. Vielmehr hatte er den Weg bisher so steinig gelegt, um ihr an diesem Punkt vielleicht besser die Augen dafür zu öffnen, um was es ihm vielmehr ging. Vielmehr als "ich habe Recht", was sie ihm wohl dauernd unterstellte.

Tarquinio hat ihn mehr geschätzt, als ich es tat. Und das, obwohl "Hector" den alten Semifreddo umbrachte, seinen Vater. Vor den eigenen Augen. Und dennoch, obwohl Tarquinio so viel Hass und soviel Abscheu empfinden könnte, ist er den Dingen immer auf den Grund gegangen. Er wollte immer mehr wissen, bevor er handelte. Er beriet, er dachte nach, er hatte Geduld. Als er dann zuviel wusste, hatte Tortonese sein Interesse verloren. Er beobachtete ihn all die Jahre, er studierte ihn. Aber er schlug nicht mehr zu; vielleicht, weil es wichtigere Aufgaben gab; vielleicht, weil er ihm nützlich sein konnte. Das vermag ich nicht zu entscheiden.

Aber Tarquinio ist jemand, der sich immer beide Seiten einer Medaille ansieht. Ihr mögt ihn als Euren Feind ansehen. Aber er tut nur seine Pflicht. Und er hat selbst, als er die gesamte Mannschaft hätte gefangen nehmen können - nur durch simplen Wortbruch - das Angebot Tortoneses akzeptiert. Damit stellte er sich selbst gegen die Republik.

Das Boot erreicht die Mitte der Wasserstraße zwischen Formosa und dem Festland. Für Sekunden lässt er die Ruder still, bleibt an der Stelle.

Vor einiger Zeit hätte er Euer Schiff hier versenken können. Er tat es nicht. So, wie er Tortonese auch nie umbrachte. Semifreddo ist ein nobler Herr, der keine Verluste will. Er hat den Schatten der Vergangenheit daher nur dem Gesetz übergeben. Er hätte weitaus Schlimmeres tun können, bedenkt man, wie Semifreddo nicht nur die Leiche seines Vaters, sondern zwanzig weiterer Männer sehen musste, die in Blut und zerrissenem Fleisch vor ihm niedersanken.

Cesare nimmt die Ruder wieder in die Hand, senkt den Blick

Ihr müsst mir nachsehen, dass ich - wie Ihr - ebenfalls nicht anders kann. Ich bin nicht so vernünftig, wie es der Semifreddo ist. Er hat zudem mehr als Vernunft. Er hat Edelmut, den... ich vor langer Zeit verloren habe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Bucht
BeitragVerfasst: Mi 17. Apr 2013, 19:55 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Liana hört ihm aufmerksam zu und merkt, wie die Abneigung in ihr nach und nach abebbt. Nicht, dass sie dem Foscari plötzlich ihr volles Vertrauen schenken würde, doch zumindest konnte sie nun mit ihm reden, ohne sich selbst dafür zu verachten, dass sie es tat.

Wisst Ihr, ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich ihn als meinen Feind ansehe. Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht damit gerechnet, dass jemand, der Hector gefangen nimmt den Rest der Mannschaft verschonen würde. Sicher, hätte Hector nicht meinen eigenen Degen gegen mich benutzt, dann hätte dieser Semifreddo mich ebenfalls mitgeschleppt, aber in diesem Falle hätte ich es sogar verstehen können, denn er ist kein Pirat.

Ich weiß nicht, welchem Mann er die Leichen zu verdanken hat, die er ansehen musste, oder wem er den Tod seines Vaters zu verdanken hat, denn einen solchem Mann habe ich nie kennen gelernt.
Ich verstehe, dass Ihr ihn genau so wenig mit anderen AUgen sehen könnt, wie ich, doch alles, was Ihr über Hector sagt, klingt für mich wie eine Geschichte, ein Gruselmärchen, dass die Ammen am Feuer den Kindern erzählen, für die sie verantwortlich sind.
Wenn dies alles tatsächlich geschehen ist, ist Semifreddo bewundernswert, sich seinen Edelmut bewahrt zu haben.

Als sie seine letzten Worte hört und seine Haltung sieht, fügt sie nach kurzem Schweigen recht leise hinzu
Verlorenes kann man wiederfinden, wenn man es vermisst....und lässt den Blick über das offene Wasser schweifen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Bucht
BeitragVerfasst: Mi 17. Apr 2013, 20:08 
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Handelsherr
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Handelsherr
Es wäre zu schön, träfe das auf alles zu.

Er belässt es bei diesen Worte. Sein erster Gedanke war: "Meine Schwester vermag ich nicht zum Leben zu erwecken". Sein Vater hatte sieben Kinder besessen. Von diesen lebten nur noch zwei. Der Tod im Feuer war tragisch, schicksalhaft, wie man es sehen mochte, vielleicht als Bosheit des Buonavista, wie auch immer. Aber der Tod von Giulia war anders. Ein Mord, den man miterlebte war immer anders. Alle diese Fälle hatte er miterlebt, und sich eingeredet, sie verhindern zu können. Giulias Opfer aber hob sich hervor aus all dem Elend, denn sie war das jüngste Mitglied in der Familie gewesen und hatte als erste sterben müssen... und als älterer Bruder... verspürte er dort mehr Verantwortung als für die anderen.
Aber das waren keine Worte, die er gegenüber der Fremden verwenden durfte. Hier ging es um Tortonese, nicht um ihn.


Dass Tarquinio dann doch wieder vor einiegr Zeit an Tortonese Interesse empfand, hat mit einem zwischenfall auf Bastia zu tun. Wir dachten, diese Zeiten seien vorbei. Aber auf Korsika wurde er ruckfällig... was ihn dazu veranlasste, erneut nach ihm zu suchen. Weil er sich verantwortlich fühlte, ihn nicht früher gefangen genommen zu haben, und argwöhnte, dass sich alte Zeiten wiederholen könnten.

Er bleibt ruhig, denn dieses Mal war die Information Lianas interessant. Semifreddo hatte von dem Massaker erzählt. Wenn ihm jemand weiterhelfen konnte, dann vielelicht dieses Mädchen

Ist Euch nichts in dem Zeitraum an Ungewöhnlichem aufgefallen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Bucht
BeitragVerfasst: Mi 17. Apr 2013, 20:41 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Liana bemerkt, dass seine Augen auf eine andere Art dreinblicken nach diesen Worten. Nur für einen Augenblick, doch es war ein Ausdruck, den sie nur zu gut kannte. Sie würde ihn sicher nicht danach fragen.

Die Andeutung eines bedrückten Lächelns zeichnet sich bei seiner Frage auf ihren Lippen ab.
Natürlich würde sie ihm nichts sagen, was vielleicht wirklich von Bedeutung sein könnte, doch das Erste, was ihr bei seinen Worten in den Sinn gekommen war, konnte sie ihm ruhig mitteilen.


Wisst Ihr, es ist sehr schwer, etwas so unauffälliges wie einen blutbesudelten Kommandanten nicht zu bemerken. Ich weiß noch, wie er mir auf der Straße entgegenkam und aussah,als wäre er in einen Zuber voll roter Farbe gestiegen.
Es war ein unheimlicher Anblick und der Ausdruck in seinen Augen war noch unheimlicher- nicht auf einer Art, vor der man sich fürchtet, versteht Ihr, aber es war, als würde er gleich davonlaufen oder sich in Luft auflösen, obwohl er seine Rolle als gut gelaunter Hector beinahe perfekt spielte.
Er meinte, er hätte sich geschnitten und ab diesem Moment war mir klar, dass etwas geschehen sein musste, über das er nicht sprechen konnte.
Vielleicht war es mir auch schon von dem Moment an klar, als ich bemerkt habe, das das meiste Blut nicht einmal von ihm stammte...

In den Gewässern Porto Vecchios

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