Palatina sul aqua

Das RPG der Renaissance
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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Fr 5. Apr 2013, 23:33 
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Senator
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Senator
Wie ihr meint. Politik und sowas war noch nie meine Sache. Ich bleibe bei Fakten. Ein Knochenbruch ist zum Beispiel ein Faktum, das man nicht durch schöne Worte und Versprechungen ändern kann. Oder eine Wunde. Man muss es behandeln, mit den eigenen Händen. Quittiert er die AUssagen Lianas mit einem Schulterzucken.

Ah, so eine seid ihr. Nicht lügen - was ist Lügen schon? Ich meine, irgendwann erinnert man sich selbst nicht mehr, was wirklich ist und was man erfunden hat. So traurig es auch klingen mag, bis auf meinen Namen und die letzten drei, vier Dekaden kann ich mich nicht mehr erinnern, was ich davor gemacht habe. Hängt wohl damit zusammen, dass ich damals zum ersten mal zur See ging. Die See ... sie wird Teil von einem. Sie wird zur Familie, die Mannschaft wird zur Familie. Die Jungs hier an Bord kenne ich seit 1541, damals diente ich auf nem Schiff der Korsaren vor Algier. Hatten mich vom Schiff davor gefangen genommen, aber Ärzte sind halt immer nützlich. Und damals kam Karl der äh, vierte? Fünfte? keine Ahnung. Jedenfalls waren darunter auch zwei Schiffe des Herzogtums, die der Kaiser geordert hatte, eines davon die hermes. Und nun, da stehe ich nun und bin seitdem Medicus auf diesem Schiff hier.

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Fr 5. Apr 2013, 23:49 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Tja, ich kann Politik nicht leiden. Irgendwie sind nicht einmal die Intrigen in politischen Angelegenheiten aufregend...klingt sie darüber beinahe etwas enttäuscht.

Sie fasst den Medicus bei seinen nächsten Worten scharf ins Auge...wenn er wüsste....

Wenn es nicht unbedingt sein muss, lüge ich nun einmal nicht. Ich bin nicht erpicht darauf, durch all meine eigenen Geschichten nach einem Jahr nicht mehr durchzublicken und mich dadurch dann früher oder später in Schwierigkeiten zu bringen. Ich finde den Gedanken witzlos, dass man in einen Kerker geworfen wird, weil man der einen Person erzählt hat, man wäre eine einfache Bürgerliche und die nächste Person, die davon weiß, bekommt zu Ohren, dass man einem anderen erzählt hat, man wäre ein Meuchelmörder in verdeckter Operation- und das nur, um sich diese Person vom Hals zu halten.macht sie ihren Standpunkt nüchtern klar.

Andererseits gibt es genügend Leute, die behaupten, alle Piraten wären Lügner...das heißt, man kann mir nicht einmal trauen, wenn ich sage, dass ich das Lügen nicht mag. begleitet sie diese Worte mit einem mehrdeutigen Gesichtsausdruck und einem ganz leichten Funkeln in den Augen. Nicht zu definieren...

Als er ihr von sich erzählt hebt sie nur eine Augenbraue und lächelt den Medicus an. Ich merke mir diese Geschichte...und bin gespannt, was ihr mir später erzählen werdet...

Habt Ihr eigentlich eine Ahnung, was mit mir passieren wird?

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Fr 5. Apr 2013, 23:57 
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Senator
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Senator
Ha, das wirklich interessante geschieht ja eh hinter den Kulissen und wir bekommen nichts mit! Gianfrancesco war das Renaissance-Pendant zu einem Vorstadteinwohner des 21. Jahrhunderts mit einem Schrebergarten, der die Politik verfluchte und überall Verschwörungen witterte, wenn es um dieses heikle Thema ging.

Ich sagte ja schon: Um seine Ruhe zu haben. Welcher Meuchelmörder hat schon Ruhe? Und vertraut mir, dieses alte Klappergestell ist klüger als ihr denkt. Sagt er und schaut sie verschmitzt an. Dann lacht er herzhaft, als sie ihm die Piraten-Sache erzählt.

Vor mir braucht ihr nicht zu fürchten, dass ich euch beschuldige. Ich beurteile Menschen nie danach, was die anderen über sie sagen. Für mich zählt meine Meinung, und in den letzten Jahren habe ich mitbekommen, dass das meistens die beste war.

Wieder ein Grinsen.

Ah, da hat jemand aufgepasst! Ihr lernt schnell, Signora. Ich? Weiß nicht. Bisher hat niemand was davon gesagt, dass wir euch über Bord schmeißen. Vielleicht nehmen wir euch bis nach Palatina mit ... obwohl ... das wäre dumm. Der Duca und der Foscari werden in der Republik gerade als Hochverräter gesucht. Gio sieht den Gesichtsausdruck auf Lianas Gesicht und grinst dann. Lange Geschichte, zu lang für jetzt. hat jedenfalls etwas mit Karten zu tun!

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Sa 6. Apr 2013, 00:10 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Oh, ich habe nicht an Eurer Intelligenz gezweifelt...will Liana zumindest diesen Sachverhalt gleich klarstellen. Un kann ein weiteres Lächeln nicht unterdrücken.
Was war blos los mit ihr? Hatte sie so lange niemanden gehabt, mit dem sie reden konnte? Nein. Vielleicht war es eher die Tatsache, dass die Person, mit der sie in letzter Zeit am meisten gesprochen hatte, ihr immer das Gefühl gegeben hatte, eine lästige Fliege zu sein, die man mit künstlichem Zuckerwasser ablenken konnte, um sie auch ja nicht auf fünf Meter heranzulassen. Dabei hatte sie das Fliegenkostüm gar nicht angelegt...

Sein Lachen reißt sie aus ihren Gedanken.

Nun, das klingt vielversprechend. Ich hoffe, dass Eure Meinung über mich nicht allzu schlecht ausfallen wird. Schon ist es wieder so weit, dass sie sich zu ihrem nächsten Lächeln überwinden muss.

Ich lerne schnell? Naja, ich glaube das war auch einer der wenigen Gründe, weshalb der Don mich in seiner verrückten Truppe aufgenommen hat...und weshalb ich nicht innerhalb der ersten paar Tage genau so verrückt geworden bin.
Sie werden als Hochverräter gesucht? Da könnte ich mich ja fast wieder wie in alten Zeiten fühlen, oder? beginnt sie breit zu grinsen- wieder echt...jedoch nicht lange.
Es hat also mit Karten zu tun...ja, damit scheint einiges zu tun zu haben...wird ihre Stimme leise, ihr gerade noch freudiges Gesicht verfinstert sich in einem anflug von Melancholie und Besorgnis...

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Sa 6. Apr 2013, 00:20 
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Senator
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Ach, da bin ich ja beruhigt! Gibt Gianfrancesco von sich und grinst breit.

Bisher schlagt ihr euch ganz gut. Was mich freut, denn an Deck wird es manchmal etwas langweilig. Außer wenn Luigi sich mal wieder irgendwo den Kopf anhaut und ich ihn flicken darf. Der Kerl ist genau so dumm, wie er groß ist. Murmelt er letzteres nur nebenbei.

Ach, der Don? Der Gute schuldet mir noch ein, zwei Flaschen Whysky und ein halbes Schiff, wenn ich mich nicht irre. Ist ewig lang her und ich meine, Karten spielen ist nicht gerade seine Stärke. Weiß der Medicus auch hier eine Anekdote zu erzählen und lacht dann.

Tja, diese komischen Karten. Jedenfalls, hoffentlich kann ich bald wieder in Palatina an Land gehen. Hatte da noch eine Angelegenheit in der Hauptstadt zu erledigen, ihr versteht. Medizin besorgen und so.

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Sa 6. Apr 2013, 00:30 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Dann kann ich ja Hoffnung hegen, in Eurer Bewertung nicht durchzufallen. antwortet sie ihm mit einem gespielt erleichterten Lächeln. Langeweile auf Deck, daran werde ich mich erstmal gewöhnen müssen...so etwas gab es bei uns nicht. Zumindest nicht, wenn man halbwegs bei Verstand war. Bekommt ihr Gesicht bei diesen Worten einen erinnerungsseeligen Ausdruck.

Ja, ich bin mit dem Don gereist und unsere erste Begegnung hat mich der größten Illusionen bezüglich einem Leben mit der Piraterie erst einmal kräftig beraubt. gibt sie mit einem Grinsen zu.
Das mit dem Kartenspiel hat er auch angedeutet, aber anscheinend spricht er über dieses Thema nicht allzu gerne...


In Palatina...naja. Ich war dort zum Palio und ich kann nicht sagen, dass es mich unbedingt in die große......Stadt zieht. Unterdrückt sie sichtlich ein Gähnen und kann sich ein katzenhaft bebendes Strecken nicht verkneifen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Sa 6. Apr 2013, 00:39 
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Mich reizt einfach Gesellschaft, in der man Unterhaltungen führen kann, die über ein "Jetzt sag mir bitte, wie du dir diese Wunde da WIRKLICH zugezogen hast - und wag es ja nicht, wieder von einem Ungeheuer, das du tapfer abgewehrt hast, zu erzählen!" Tja, die einzigen Ungeheuer, die man bei uns sieht sind der DUca am Morgen und der alte Beppe. Aber der ist ein ganz netter Typ, außer wenn man ihn reizt.

Wisst ihr, als ich in eurem Alter war ... so geschätzt, meine ich, hatte ich auch viele Träume, die auf einmal platzten. War relativ unangenehm. Bin danach Medicus geworden. Und natürlich spricht der Don nicht über sein Kartenspielen! Selbst ne Lusche wie ich, die vielleicht ein, zwei mal davor überhaupt Karten angefasst hat, konnte ihn schlagen. Sagt er, mit einem verträumten Grinsen auf dem Gesicht.

Dann hört er plötzlich, wie an Deck jemand laut losbrüllt und eine zweite Stimme auch brüllt.


Ach verdammt, das sind die Kalashnikow Zwillinge. Sollte besser nachsehen, was die treiben, bevor ich wieder jemanden einen Finger annähen muss. Und ich sehe ja schon, ihr seid müde! Bemerkt er das Gähnen. Er steht auf und nickt freundlich. Ruht euch aus. Ich schaue am Morgen nochmal vorbei, wenn euch das nichts ausmacht. Bis dahin, eine gute Nacht Signora! Sagt er und tritt hinaus. Man hört noch, wie er an Deck geht und dort schon selbst losbrüllt.

Was habt ihr verdammten Idioten wieder angestellt?! Wie oft soll ich euch noch sagen, dass es nur unnötige Arbeit für mich ist, wenn ihr auf euch losgeht?!

Ja, aber Gio, der hat mich...

DAS IST MIR SO EGAL! Jetzt seid endlich still! Wir wollen alle schlafen. Habt ihr mich verstanden?

Ja, Gio. Ja, Gio.

So ist brav.

Zurück in heimischen Gewässern, Tage später

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Do 20. Jun 2013, 20:56 
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Alleinerziehende Adlige
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Schicht: Patrizia
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Haus: Stadthaus Topka
Beruf: Goldschmiedin

Alleinerziehende Adlige
Sachte schaukelt das Schiff auf den Wellen hin und her. Ich sitze auf einem Sessel und lese den letzten Brief den Sophia mir geschickt hat. Zu mindestens ist es der letzt der vor dem Ablegen ankam. Und natürlich beklagt sie sich darin wieder über Carla und lobt Florentin über den grünen Klee.
Wie unterschiedlich die beiden Mädchen doch sind. Und wie ähnlich mir Carla ist. Obwohl ich gar nicht ihre leibliche Mutter bin. Wie hat Andreas zu mir gesagt? Dein Verhalten färbt ab. Wahrscheinlich ist es so. Und ich dachte immer ich wäre eine vorbildliche Mutter. Zumindestens versuche ich es.

Ich falte den Brief zusammen und schaue auf das Meer. Wer weiß vielleicht erwartet mich Porto Vecchio schon der nächste Brief.

Ich kneife die Augen zusammen und hoffe am Horizont schon die Stadt ausmachen zu können. Doch außer ein paar Möwen am Himmel kann ich nichts sehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Fr 18. Jul 2014, 23:16 
Noch ist es ruhig. Die Wasser beinahe glatt. Nur von den wenigen Winden beherrscht, die Tag und Nacht die Oberfläche gekräuselt haben. Mondlicht flackert zwischen gluckernden Gewässern der Küsten Italiens. Die Hitze des Tages wirkt noch nach; auf den Schaumkronen treffen sich die kalten Meeresgewässer und die heiße Luft des Sommers. Mischen sich zu einer lauen Nacht, irgendwo, zwischen Porto Vecchio und dem Monte Argentario an der Küste der Toskana. Das Meer kannte keine Grenzen. Keine Schlagbäume. Keine Heerlager. Alles war im Fluss. Alles in Bewegung.

Der Krieg war hier liquide wie das Element auf dem er stattfand.

Zwischen schwarzen Wassern durchbricht ein Rammsporn die Nachtwellen. Gischt spielt am Bug und den Rudern vorbei, unter dröhnender Takelage. Die Almone wird von den Wassermassen angehoben, schwappt hinter der Welle zurück auf flaches Gewässer. Pfeifentöne schrillen in der Nacht, treiben die Ruderer an. Unter dem sternenklaren Himmel zeigen sich die Umrisse des Konvois, angeführt von der wendigen Galeere, die gen Norden Kurs gesetzt hat; dahinter die kolossalen Ausmaße der Galeasse Serenissima, die Wassermassen zur Seite drückt, eine Schneise im Tyrrhenischen Meer hinter sich lässt wie ein altes Seeungeheuer aus Legenden. Die Segel gespannt wie weiße Nachtlaken, die den Blick dahinter versperren, dutzende Feuern und Fackeln dazwischen, die ihr den Anschein einer Festung geben. Zu Steuer und zu Back die Zwillingskaravellen Castor und Pollux, die dem Flagschiff Deckung und Feuerschuss auf Distanz geben. Die Banner der Stadt, der Republik, des Krieges, der Viertel und aller Heiligen zwischen Segeln, Tauen und Wanten, übertroffen vom Hermelin mit dem Schwert, das zum Angriff bläst. Zum Abschluss die Sant'Elmo, deren hohe Masten als Aussichtsposten in jede Himmelsrichtung dienen, und deren Kanonen ein Loch in jede Verteidigungslinie schlagen können.

Und Tarquinio Semifreddo, Commodore Maggiore der Republik von San Leone, steht auf der Brücke der Galeasse, schaut hinaus auf die See, indes Wind um seine Uniform und den Dreispitz treibt. Der Blick unverrückt, die Arme verschränkt. Commandante Spurione neben ihm, der den Leutnant über die neuen Befehle verständigt.
Davor die ellenweiten Bänke voller Ruderer, die im Schlag das Riesenschiff fortbewegen.

Eine Schiffslampe quietscht auf der Brücke, lässt das Profil des Commodore nur erahnen.


Giglio.

Nur für einen Moment wandern seine Augen zu der kleinen Insel an der Seite. Sie verriet, dass sie das Gebiet der Republik nun hinter sich gelassen hatten...


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Mo 21. Jul 2014, 00:32 
In der Kapitänskajüte brennt immer noch Licht. Die Stunde ist voran geschritten. Tarquinio steht, die Hände hinter dem Rücken, am Heckfenster, sieht zu den Sternen, dem Mond und der Wasserschneise, die das Schiff hinter sich herzieht. Eine stille Nacht. Unschuldig. Nichts lässt darauf schließen, was ihnen bevorstand.
Klopfen.


Herein.

Die Türe geht auf. Der Kommandant tritt ein, grüßt. Tarquinio wendet sich um.

Commodore.

Tarquinio nickt. Er wusste, warum seine rechte Hand hier auftauchte. Es war nicht das erste Mal. Und er hatte sich zurückgezogen, denn die letzten Ereignisse, Gespräche und Diskussionen hatten ihm zu denken gegeben. Er bleibt ruhig, beginnt ein Thema anzufangen, dass sie bei anderer Gelegenheit beenden mussten.

Ihr habt mir lang und treu gedient, Spurione. Ich denke schon lange darüber nach, Euch bei Buonavista für eine Stelle als Capitano vorzuschlagen. Aber erst, wenn wir von dieser Mission zurück sind.

Semifreddo, Ihr wisst...

Ja. Zur Kenntnis genommen.

Tarquinio wendet sich zum Fenster im Heck ab.

Palatina hat mir viele Angebote gemacht, die ich ablehnen musste. Angebote des Admirals. Angebote... der Braccioleone.

Er neigt das Haupt.

Ich habe abgelehnt. Ich lasse mich nicht nach Porto Vecchio wegloben. Oder woanders hin. Solange ich Herr dieses Schiffes bin... kann ich etwas bewegen. Bewegen, Spurione. Merkt Euch das. Lasst Euch nicht auf den Posten bringen, auf dem Ihr viele Ehren habt, aber nicht mehr in das Geschehen eingreifen könnt.

Tarquinio wendet sich wieder zum Commandante.

Das Leben als Provveditore ist das eines Ohnmächtigen.

Seid versichert, Commodore... ich will diesen Stuhl.

Spurione geht zum Kapitänssessel, klopft auf diesen. Der Semifreddo hebt die Mundwinkel, ist amüsiert über das Verständnis seines besten Mannes, der mit ihm seit Jahren diesen Konvoi leitete.
Doch fällt seine Miene in Falten.


Schade, dass ich Euch diesen Traum nicht erfüllen kann.

Der Commodore schaut ihn tiefgründig an.

Das wird die letzte Fahrt der Serenissima.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Di 22. Jul 2014, 12:01 
Spurione versteht. Sie hatten die Mission vom Admiral persönlich erhalten, nachdem sie sich mit diesem im Arsenale getroffen hatten. Absehbar, dass man nur dem Semifreddo dies zutraute. Kein anderer Seemann der Marine wäre dafür geeignet gewesen.

Bitte, offen sprechen zu dürfen.

Erlaubnis erteilt.

Commodore, diese Mission widerspricht meinen und Euren Prinzipien.

Tarquinio hebt das Haupt.

Ehre und Treue zur Republik sind ebenfalls Teil davon.

Das ist ein Selbstmordkommando.

Für andere. Nicht für uns, Spurione.

Er wendet sich um. Er geht zu einer Karte an der Wand, die das Tyrrhenische Meer zeigt. Er macht eine Luftlinie, fährt mit dem Finger von Palatina, an der toskanischen Küste entlang.

Bevor sie es merken...

Er erreicht eine Hafenstadt der Toskana. Sie ist mit einem roten Punkt markiert.
Livorno.


... werden wir bereits angekommen sein, sie überraschen, und zuschlagen. Uns ist nicht entgangen, dass Cosimo ein neues Marinezentrum in Livorno plant, und dort eine Flotte, Festung und Hauptstützpunkt für den Orden von Santo Stefano errichten will. Das gilt es zu verhindern.

Und danach?

Semifreddo schlägt auf die Karte.

Pisa.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tyrrhenische Meer
BeitragVerfasst: Mo 28. Jul 2014, 11:20 
Der Commodore lässt diese Ankündigung einige Zeit wirken. Man würde bis zum wichtigsten Hafen des Feindes vordringen. Diesen bombardieren. Zerstören und erbeuten was man konnte. Womöglich sogar blockieren, um die Route in die Hauptstadt Florenz zu unterbrechen. Die florentinische Armee war groß, die palatinische klein; die palatinische Marine war dafür stark, die florentinische schwach. Das waren die Überlegungen der Admiralität gewesen. Man musste diesen Krieg ganz und mit allen Mitteln führen. Während die beiden Armeen sich im Grenzgebiet Grossettos und Borghettos bekämpften, war es an ihnen, überraschend im Rücken des Feindes aufzutauchen.

Mir ist klar, dass wir unsere Front entlasten, und Druck auf den Gegner ausüben müssen beginnt Spurione, tritt einen Schritt heran Und auch, wenn die pisanischen Anlagen veraltet sein mögen, wird der Aufwand immens sein. Seit den Tagen von Meloria hat das niemand mehr versucht.

Die Versorgungsader von Florenz ist der Arno, so, wie für Palatina es der Rio ist. Wenn wir diese Aorta kappen, können wir die Florentiner eher in die Knie zwingen.

Und mit der Almone noch weiter hinauffahren?

Möglich.

Die Provveditori scheinen verrückt geworden zu sein!

Wir tun das, was nötig und möglich ist.

Tarquinio bleibt unbeeindruckt. Er hatte diesen Plan mehrmals überdacht. Er kannte die Risiken. Die Kosten an Mensch und Material würden enorm sein. Und er wusste kaum, was ihn erwartete. Prestobiscotto, der sich die Marinepläne der Toskana hätte aneignen sollen, war verschwunden. Keine Nachricht vom Hermelinbund. Das würde ein ehrenvoller Kampf.
Mochte der Bessere gewinnen...


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