Palatina sul aqua

Das RPG der Renaissance
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 23. Feb 2012, 20:48 
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Malerin
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Malerin
Staunend, sah Ada auf das Treiben am Ufer. ein geschâftiges Treiben . Fisch wurde ebenso verkauft wie Kräuter, Stoffe oder auch Brot.
Si, in die Citta Antica. Ich komme aus dem Hinterland von Venezia.Ich besuche meine Familie . Sie wollen mich als Mündel aufnehmen. Ada schaute auf die Schuhe in der Hand und seufste.
Meine Eltern leben beide nicht mehr...leider.Sie log, weil sie einem fremden nicht alles erzâhlen wollte.
Ist es schön dort?

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 23. Feb 2012, 20:57 
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Senator
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Senator
Ah, Venedig! Die perle der Adria, das Land des geflügelten Löwen. schwärmt Giancarlo von der mit Palatina verbündeten Stadt. Doch dann trübt sich seine Stimmung.

Das tut mir leid, dass eure Eltern nicht mehr leben.

Ob es schön In Palatina ist? Es ist wundervoll! Prächtig glänzt die Altstadt über den anderen drei Vierteln, dem geschäftigen Marktviertel, dem weniger respektablen, aber sehr interessanten Fischerviertel und dem bürgerlichen Sankt Paul, dem Handwerkerviertel, wie man es nennen kann.
Erzählt er Ada von Palatina, während die Fähre weiter flussaufwärts gerudert wird, an Feldern, Zypressen und Weinhängen vorbeikommt.

Ihr müsst wissen, Porto Vecchio ist nur eine kleine Stadt vor dem eigentlichen Palatina! Ähnlich wie Ostia vor Rom. Palatina sollte aber gleich nach der nächsten Flussbiegung auftauchen ... erklärt er weiter, und tatsächlich! Die Stadt wird in der Ferne sichtbar, kommt näher. Immer deutlicher kann man den Rauch aus den Schornsteinen, die Stadtmauern und die Masten der Schiffe, die im Stadthafen vor Anker liegen, erkennen...

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 23. Feb 2012, 21:19 
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Malerin
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Malerin
Lächelnd hörte Ada dem Fährmann zu. Wie wundervoll die Gärten am Ufer waren. Sie hâtte malen können, aber die Ruderer waren gut und schnell. Doch hatte sie diese bilder im Herzen verwahrt. Dann blieb iht der Mund aufstehen.

Wunderschôn hauchte sie. In der Nachmittagssonne glânzte die Stadt.

Ada klatsche vor Begeisterung wie ein Kind in die Hände und stand auf. Ihre grünen Augen leuchteten unergründlich tief . Die Stadt war so schön und wie es schien waren die Wiesen und Haine nicht so weit. Sie konnte immer hier her wandern um am Ufer nachzudenken oder auch zu malen. Olivenbäume sah sie auch .

Ja sie ist wunderschön die Lagunenstadt, ich weinte als das Schiff ablegte. irgendwann werde ich wieder hineisen. Doch nun herrje, wie wunderschön dieser Anblick. Ihr habet eine schöne Arbeit werter Ciancarlo.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 23. Feb 2012, 22:50 
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Senator
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Senator
Eine schöne Arbeit? Wenn ihr meint, man gewöhnt sich mit den Jahren an den Anblick der Stadt. Gesteht Giancarlo.

Aber nun entschuldigt mich einen Augenblick! Ich muss noch was mit dem Steuermann besprechen, aber wenn wir anlegen, können wir ja weiterreden! entschuldigt sich der Fährmann, geht dann nach hinten zum Steuermann. DIe beiden sind wenig später in ein Gespräch vertieft, während der Kahn weiter nach Palatina gerudert wird.

Und als es Nachmittag wird, passieren sie die Stadtmauern, legen in San Pietro an ...


Weiter in San Pietro...

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Mo 5. Mär 2012, 20:20 
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Liebhaber der Gezeiten
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Liebhaber der Gezeiten
Die Stunden vergingen, in denen die Notos den Rio hinauf gen Palatina fuhr. Vormittags hatten sie in Porto Vecchio abgelegt, jetzt war es später Nchmittag. Eine Bootsfahrt dieser Strecke dauerte oft eine knappe Tagesreise. Lucius hatte gehofft, sie würden es bis zum frühen Abend hin schaffen, aber das war wohl etwas zu optimistisch. Es würde eher gegen Mitternacht werden.
Die Dämmerung setzte ein, und wahrend Lucius von der Reling backbords zu der steuerbords ging, kamen ihm Ryans mahnende Worte wieder in den Sinn.
"Wehe, wenn das letzte Restaurant schon geschlossen hat. Ich werde unleidlich, wenn ich nichts zu Essen bekomme."
Die Gefahr bestand durchaus. Das einzige Gasthaus, welches ihm einfiel, das so spät nich geöffnet sein dürfte, war das Stör. Aber da wollten sie alle nicht hin, vor allem nicht mit einer Frau und einem Kind. In der Küche der Uhrmacherei war natürlich auch nichts mehr.
Mit einem Seufzer stieß sich Lucius von der Reling ab, ging das Deck hinab und in die Kajüte, in der sie sich eingerichtet hatten. Ein vorwurfsvoller Blick Ryans begrüßte ihn.


Ich weiß, ich weiß.

hob er entschuldigend die Hände. Dann hielt er seinem Cousin ein Blatt Papier hin.

Meinst du nicht, wenn wir Malcolm Bescheid geben, würde er dafür sorgen, dass wir beu euch etwas bekommen?

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Carlo Darvinus, Naturforscher | Cristian, "Antiquitätenhändler" | Opa Hoppenstedt, selbiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Mo 5. Mär 2012, 21:02 
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gen. Reihäne MäcceAllygen
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gen. Reihäne MäcceAllygen
Nach einer Weile flog eine Taube hinaus in die Dämmerung. Ihr weißes Federkleid leuchtete im schwächer werdenden Licht, und die Cousins standen wieder einmal am Bug, beobachteten den Vogel, bis er in der Ferne verschwunden war.

Wären wir doch in Porto Vecchio geblieben. Den ganzen Trubel hier hätten wir uns sparen können.

Ryan konnte sich diese Stichelei nicht verkneifen. Wie um das zu unterstreichen, knurrte sein Magen. Zu leise, als das Lucius es hätte hören können, aber für den Schotten war es Grund genug, sich mit ärgerlicher Miene auf die Reling zu stützen.

Kühl wird's.

-> Rache?

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Sa 10. Mär 2012, 02:27 
Shinta mit Brick, der nicht vier anders war, Hector-kun betrachtet, ars wir uns rernten kennen.

bleibt der Samurai ungerührt bei diesen Worten, sieht weniger zu Liana - als durch sie hindurch. An der leicht gekräuselten Stirn ist zu bemerken, dass er über Vergangenes nachdenkt, indes das Schiff am Umland Palatians vorbeizieht, im Hintergrund die Pinienstraße auszumachen ist, wo nur wneige Wanderer irhes Weges ziehen

Wenn Ihr Bär seid... denkt an die Bienen.

Honig duftet gut
wenn aus der Ferne er lockt
doch AU! Die Bienen!

formt er sofort einen Haiku zu dieser Fabel


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Sa 10. Mär 2012, 02:28 
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Piratenleutnant
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Piratenleutnant
Sie merkt, dass sie auf diesem Wege wohl kaum zu etwas Weiterem kommt und beschließt, den Versuch zu unternehmen, das Gespräch zumindest ein wenig aus diesen Untiefen herauszusteuern

Was glaubs du, sollte ich tun, hm?

Weiterhin vorgeben, ich wäre genau so tumb wie der Rest der Mannschaft, weiterhin so tun, als würde ich nicht sehen, was sich in seinen Augen und seinem Gesicht so deutlich spiegelt, wie ein Vogel, der über einen stillen Teich fliegt?
Das ist albern! Und es würde nichts nützen.

Was wäre also dein Vorschlag?

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Sa 10. Mär 2012, 02:30 
Wenn der Voger über den stirren Teich friegt, Wasser sich nicht kräusert, bis er hinab zum Sinkfrug geht. Wenn zu steir, er stürzt und tot; wenn er zu hoch, nichts geschieht; Mitterweg aber führt zu geschmeidigen Werren auf dem Teich.

ist er fasziniert von Lianas wunderbarem Gleichnis, greift dieses auf

Riana-dono auch poetisch sehr begabt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Sa 10. Mär 2012, 02:39 
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Piratenleutnant
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Schicht: Popolo
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Beruf: Pirat

Piratenleutnant
Aber Wellen auf einem Teich sind unberechenbar...lässt sie sich ein wenig mehr auf diese art der Unterhaltung ein. Sie klingt nachdenklich, während sie spricht

Es ist doch, wie wenn man Steine ins Wasser wirft...entweder breiten die wellen, die sie verursachen sich immer weiter aus, bis sie verschwinden,oder sie schaukeln sich so weit hoch, dass sie bis ans Ufer treten...und dann können sie sich auch gegenseitig aufheben, sobald sie aufeinander prallen...

Woher soll ich also wissen, was das Richtige zu tun ist? Ich kann die Auswirkungen, die meine Entscheidungen in späterer Zukunft haben werden, nicht vorraussehen.

Ich weiß doch noch nicht einmal, ob ich Angst vor ihm haben sollte, oder nicht...

Durch Porto Vecchio...

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 22:01 
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Senator
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Beruf: Botschafter

Senator
Das beschauliche, ja man mochte sagen, Städtchen, Serravalle war schnell vorübergezogen und nun gab es nur noch den Rio zwischen ihnen und Porto Vecchio.

Da habt ihr Recht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kette nicht gespannt wurde. Murmelt Raffaele, der den Fehler in seinem Plan erkennt.

Cesare hatte eine Schwester? Aber natürlich hatte er eine. Nur weil er nie danach gefragt hatte und sich nicht mit allen Familienbanden der Foscari auskannte ... Raffaele schüttelt unmerklich den Kopf. Idiot.

Fast-Schwager. Klingt nicht gut. Darf ich fragen, was dazwischen kam?

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 22:21 
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Handelsherr
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Handelsherr
Die Verhältnisse sind sehr kompliziert. Ihr bräuchtet viel Vorwissen, um zu begreifen. Denn dieses "Versprechen" war zugleich eine Erpressung. Er ist ein Mann, der sich gerne geholt hat, was er wollte. Weil nur sein Wille zählte.

spricht Cesare, und weiß selbst, dass das alles noch zusammenhangloser und verwirrender erscheinen muss, als es für ihn klingt.
Er nimmt einen Atemzug.


Es gab eine Zeit, San Trovaso, da war Europa unsicher. Unsicherer als heute. Die Menschen haben es nicht bemerkt, weil der Kampf hinter den Kulissen stattfand. Damals war ich zugleich als Kaufmann unterwegs. Meine Verwandten führten die Geschäfte daheim. Ich hatte eine andere Pflicht.

spricht er, fährt fort, um nicht zu viel vom einstigen Löwendasein preiszugeben

Ich war mit einem vornehmen Venezianer aus dem Hause Casanova und einem vornehmen Palatiner aus dem Hause Semifreddo unterwegs, und ein vierter Mann in unseren Reihen war auch nicht fern lässt er den Namen Prestobiscotto aus dem Spiel, da Raffaele diesen sonst erkennen mochte
Zwanzig Jahre zählte ich, da es begann. Ein Mann tauchte aus dem nichts auf. Nein, kein Mann, sondern ein Monster. Wir dachten, es konnte nur ein Wahnsinniger sein, so, wie er von Leiche zu Leiche watete. Aber wir wurden enttäuscht. Er war geschickt und intelligent wie kein Zweiter. Und grausamer als alle unsere Gegner zuvor. Er hatte den Vater eines meiner Mitstreiter auf dem Gewissen. Und mit jedem Tag, der länger andauerte, mehrte sich die Zahl seiner Opfer.

Er hatte keine Schwächen. Nicht in der Attacke, nicht in der Deckung. Schauergeschichten hörte ich tausende, bevor ich ihn traf. Furchtbare Erzählungen. Ich will nicht darauf eingehen.Wir kannten nicht einmal seinen Namen.

holt er Luft, senkt die Brauen, fixiert die Ferne

Wir nannten ihn "den Schlächter von Genua".

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Cesare Foscari

Oberster Verwalter der Markthalle, Besitzer des Landgutes Sant' Ambrogio. Kaufmann, Ratsherr, Wein- und Kunstliebhaber.

Das Decamerone en miniature: Die Euganeischen Anekdoten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 22:27 
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Senator
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Schicht: Nobiluomo
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Beruf: Botschafter

Senator
Europa unsicherer? Eine ... andere Pflicht? Raffaele scheint nicht zu begreifen, versucht jedoch sich nichts anmerken zu lassen und prägt sich die Worte seines Gegenüber genau ein.

Was ihr mir erzählt klingt wie eine grausame Mär. Und gleichsam höre ich keinen richtigen Zusammenhang heraus, verzeiht dass ich so dumm vor euch stehe. Aber mir scheint nicht schlüssig, wie ihr, oder viel eher, was ihr mit diesem Casanova und den zwei anderen zu tun hattet, um in solche Situationen oder Gesellschaft zu raten ... Rätselt Raffaele und hört den Namen.

Schlächter von Genua? Ich höre?

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 22:39 
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Handelsherr
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Handelsherr
Cesare lacht, ohne einen Ton dabei von sich zu geben. Er öffnet nur den Mund.

Das war auch so oft mein Gedanke. Lasst Euch aber gesagt sein, dass wir alle Tote in unserer Familie zu beklagen hatten, und genug Grund, mit dem Schlächter auf Kriegsfuß zu stehen. Nicht weil wir Rache wollten. Das nicht.

Tarquinio hätte jetzt von Rechenschaft und Gerechtigkeit gesprochen. Eracle von der Löwenpflicht und Ehre. Prestobiscotto von Vernunft, da man den Schlächter zum Wohle Europas aufhalten musste. Und er selbst? Er war auch Löwe gewesen. Er hatte es getan, weil das als Löwe dazu gehörte. Er selbst, der er nur zwanzig Jahre alt war.
Er schaut wieder zum San Trovaso.


Ich glaube zuletzt, dass es eigener Überlebenswille war.

kommt er zum Schluss - denn als geheimbündler wären sie damals ein logisches Opfer gewesen.

Ich habe in meiner Vergangenheit viel Zeit in schlechter Gesellschaft verbracht. Das war vor dem Handelsherrn Foscari. Und wenn es erlaubt ist, so will ich Euch eine Geschichte erzählen, damit Ihr Euch vorzustellen vermögt, was damals geschehen ist, an jenem Tag, nachdem ich mit meinen Freunden durch Europa gereist war, und trotzdem wohlbehalten nach Hause kam, zwei Jahre, nach diesem furchtbaren Ereignis in Genua...

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Cesare Foscari

Oberster Verwalter der Markthalle, Besitzer des Landgutes Sant' Ambrogio. Kaufmann, Ratsherr, Wein- und Kunstliebhaber.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 22:46 
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Senator
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Senator
Vor eurer Zeit als Handelsherr in Palatina scheint ihr eine recht bewegte Zeit gemeistert zu haben, Signor. Ich weiß zwar nicht, ob ich euch deswegen mehr respektieren oder gar fürchten soll, ich belasse es jedoch im Moment dabei. Spricht er langsam, sich auf die genannten Daten konzentrierend. Genua ... Genua, nein, nichts fiel ihm ein, was man allgemein als schreckliches Ereignis hätte markieren sollen und normalerweise war Raffaele doch in solchen Angelegenheiten stets gut informiert.

Erzählt ruhig, wir scheinen uns sowieso in der Materie zu befinden. fordert Raffaele den Handelsherrn auf, doch weiter zu erzählen. Tatsächlich weckte die ganze Geschichte in Raffaele ein geradezu immenses Interesse.

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 23:05 
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Handelsherr
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Handelsherr
Für einen Moment schließt er die Augen, konzentriert sich. Für Augenblicke scheint er versunken, so, als tauchte er in eine Trance ein, um sich besser zu entsinnen, was einst geschehen war.

Es war eine Nacht wie diese. Kühl, aber angenehm für den März. Die Magnolienknospen in unserem Garten verströmten ihren Duft, da ich in das Haus meines Vaters zurückkehrte, nach über einem Jahr der ewigen Reise. Da ich wieder meine Brüder grüßte, meine kleine Schwester umarmen konnte. Mein Vater hatte damals bereits die Arbeit an Marcantonio und Augusto übertragen. Ein vornehmer, venezianischer Nobile, der sich ganz der Diplomatie und den Beziehung zwischen beiden Republiken gewidmet hatten, indes sein ältester und sein jüngster Sohn die Wirtschaft führten. Seine Falten war tief geworden.

Im Haus lag ein feiner Duft von Limone, da Augusto extra für mich ein Fass Zedrata geholt hatte. Er hatte bereits die Händler in Borghetto bestochen, um herauszufinden, wann ich ankäme...

grinst der Foscari für einen Moment, kommt wieder auf das Geschehen zurück

Wir feierten damals bis spät in die Nacht. Ich weiß noch, dass wir 1540er tranken, die letzten Fässer, die es gab. Hätten wir gewusst, dass der Foscari-Wein eines Tages so gefragt würde... nein, selbst dann hätten wir gefeiert. Es war das letzte Mal, dass ich meinen Vater lächeln sah. Ein feines Lächeln, das eine große Zufriedenheit verriet, über sich, seine Familie und die Welt. Aber Signore, Ihr mögt Euch nicht vorstellen, wie wohl es mir ging. Nicht zuletzt das sanfte Bett meiner Jugend im Rücken zu spüren, nach Monaten des Wanderns, Reitens und Reisens, wo man oft unter dem Mond hatte geschlafen hatte, die Haut in Stoff und Gras ihr Laken hatte finden müssen.

Noch ganz vom Wein und Dessert betäubt, ging ich auf mein Zimmer, sah durch das offene Fenster, schaute den Rio, wie er sich durch Palatina gen Porto Vecchio wälzte, nach vielen Monaten wieder die Neustadt, und das Feuer auf dem Vargazza- und Mascarpone-Turm. Ich atmete die Magnolienluft ein, reckte mich, im Wohlgenuss badend, nach all den Tagen, wieder daheim zu sein, und schaute den Mon, wie er Licht auf der fensterbank verteilte - von plötzlichem Schatten unterbrochen.

Und eine Klinge an meinem Rücken.

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Cesare Foscari

Oberster Verwalter der Markthalle, Besitzer des Landgutes Sant' Ambrogio. Kaufmann, Ratsherr, Wein- und Kunstliebhaber.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 23:13 
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Senator
Euer Vater ... ich entsinne mich, mein eigener Vater hatte mir mal von dem diplomatischen Geschick eines gewissen Achille Foscari erzählt ... damals, als mein eigener Onkel noch hier lebte und als Vertreter des Herzogtums die Vorkommnisse in der Stadt zu berichten wusste. Sagt Raffaele, möchte aber nicht den Vortrag des Foscari unterbrechen.

Das kurze Grinsen erinnert Raffaele zum ersten Mal seit langem daran, dass auch Cesare eine Jugend gehabt hatte, Freude und Trauer erlebt hatte. Viel zu lange hatte er bereits nur noch den Handelsherrn gesehen, der ihn kurz nach seiner Ankunft zwei Fässer Wein verkauft hatte, mit dem er sich im Ballspielhaus duelliert hatte. Dabei steckte doch viel mehr hinter dieser Person.

Erst nach der dramatischen Pause, die nach der Erzählung der Klinge am Rücken des Foscari folgt, regt sich der Nobile wieder.


Ihr habt ein Händchen für dramatische Momente. Ich bin neugierig, was darauf folgte ...

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 23:23 
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Handelsherr
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Schicht: Patrizio
Heimat: Città Antica
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Handelsherr
Er war ein weitaus besserer Diplomat als ich. Das hing wohl damit zusammen, dass Achille in erster Linie Botschafter war, und nebenbei Händler. Bei mir liegt der Fall genau andersherum.

empfindet das Cesare im Nachhinein als Schmach, so, als wäre der Beruf eines Handelsheeren schäbig.

Nun, man sagt mir immer wieder, ich solle vielleicht schreiben. Allerdings sehe ich das als überflüssig an, denn man findet so schwer einen Verlag. Warum Geschichten verfassen, die kein Mensch braucht?

tut er uninteressiert, macht eine Handbewegung

Doch lasst mich fortführen, was geschah. Auch, wenn aus Eurer Sicht vielleicht die Zeit gefroren wäre.

Denn in den letzten Sekunden, wenn man glaubt, dass sein Leben vorbei ist, dauert alles länger. Vielleicht, weil man den Atem auskosten will, den man tut. Mir kam nur Gedanke daran, dass wir den Schlächter über ein Jahr gesucht hatten - und er stattdessen auf mich gewartet hatte. Und dennoch verwunderte mich der Gedanke, dass ich noch lebte, denn üblicherweise durchfuhr seine Klinge das Opfer sofort. Soll ich Euch sagen, was er gesagt hat?

Ich gebe Euch ein paar Sekunden mehr von Eurem erbärmlichen Leben, weil Ihr so viel davon für mich vergeudet habt!

Ich weiß nicht, ob ich der erste Mensch war, der ihn ansehen konnte, ohne später von der Welt zu gehen. Vielleicht durfte ich das auch nur, weil er davon ausging, dass ich bald sowieso sterben würde. Gleich, wie man es wendet: mein Kopf wandte sich zur Seite, erblickte ihn. Und ich war baff. Denn wenn man sich einen kompromisslosen Assassino vorstellt, dann nicht als jemanden, der so jung ist.

Der Assassino war jünger als ich es war. Nicht einmal zwanzig Jahre. Mehr Kind denn ich. Und in seiner Faust steckte Wut, die das ganze Schwert in seiner Hand vibrieren ließ. Ich rechnete zurück, und kam zum Schluss, dass er, der dutzende in Genua auf dem Gewissen hatte, damals höchstens Siebzehn gewesen sein konnte. Und doch sah ich niemals so viel Härte, so viel Abscheu und Hass zugleich, dort, wo man sonst das Gesicht sieht. Keine heiße Wut wie der Italiener sie hat. Sondern eine kühle. Eine nicht blinzelnde. Eine, welche die Augen zu Schlitzen verkommen lässt, die Augen bernsteinfarben hinterlässt, und die einen in Alpträumen verfolgen. Leute, die dunkel wie ein Schatten sind, weil man sie nicht zu ergründen vermag.

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Cesare Foscari

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 23:39 
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Schicht: Nobiluomo
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Ich weiß, wie es sich anfühlt, sein Leben kurz vor dem Ende zu glauben. Pflichtet er ihm bei, macht klar, dass ihm das keineswegs unergründlich schien.

Ein so junger Mensch? Ist Raffaele dann verwundert. Und dass sollte dann der Schlächter von Genua sein? Kaum vorzustellen.

Ihr wisst nicht zufällig, wie ein so junges Leben so derart ... wie soll man sagen, verkommen konnte? Ich mag nicht urteilen, zumal ich selbst im Ruf stehe gewissenlos an manche Angelegenheiten ranzugehen, besonders in meiner Zeit als Thronfolger, doch bekomme ich den Verdacht nicht los, dass dieser Schlächter ... böse ist? So banal es auch klingen mag, was mag einen zu solcher Wut treiben?

Sinniert Raffaele. Er kannte Wut. Seine ganze Familie kannte Wut und Hass. Und Hinterhälte und berechnende Kühle, doch das was Cesare schilderte schien weit über das hinaus zu gehen, was je auch nur im Denkbaren von Raffaele größtem Zorn hätte sein können. Oder Seinen Fähigkeiten. Es war geradezu dumm, Vergleiche mit ihm anstellen zu wollen.

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Raffaele di San Trovaso


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Fluss Rio
BeitragVerfasst: Do 28. Mär 2013, 23:51 
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Handelsherr
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Schicht: Patrizio
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Handelsherr
Wir haben später viel recherchiert, doch mir sind nicht alle Brüche bekannt. Ich weiß nicht, ob er zur Kategorie der boshaften Menschen gehört. Ich weiß gar nicht, was man über ihn mit Sicherheit sagen kann. So wie auch damals, Signore.

Ich wusste keine Antwort. Nichts wusste ich zu sagen, obwohl ich monatelang so viele Fragen hatte, die ich ihm gestellt hätte, wäre ich auf der anderen Seite gewesen, hätte ich das Schwert gehalten. Doch in den letzten Sekunden ist alles gleich sinnlos, wie es zugleich kostbar ist. Nur eines, das kam mir in Sinn. Das, was mir mein eigener Lehrer gesagt hatte, da er mich in der Schwertkunst und in seiner Weisheit unterrichtet hatte: dass der Name einer Person sie schwach macht. Wer die Identität kennt, wer weiß, mit wem er es zu tun hat, der verliert an Macht. Die Moslems glauben daran, dass Allah 100 Namen hat, von denen 99 bekannt sind; der letzte aber bleibt geheim, weil dieser unaussprechbar sei. Aber auch hier liegt dasselbe System zugrunde: wüssten die Muslime den 100. Namen Allahs, verlöre dieser an Macht, da sein Geheimnis bricht.

So riss ich mich zusammen, und fragte ihn danach, um wenigstens jetzt, wo mein Leben vorbei war, dieses Geheimnis zu brechen. Aus Prinzip. Weil es meinen längsten Triumph bedeutete, den Namen meines Mörders zu kennen.

Ich brauche keinen Namen mehr.

"Wenn Ihr keinen braucht, so könnt Ihr mir ja Euren geben."

Sein Blick blieb trotz der Spitze starr. Womöglich auch, weil er selbst keinen Konter auf die Antwort wusste, die ansonsten in pure Gewalt gemündet hätte. Und zum ersten Mal an diesem Abend sah ich eine Regung in seinem Gesicht. Kein Grinsen. Kein Lächeln. Ein Mundverziehen, wie man es mit Genuss tut, in der Vorfreude, dass man nun das tun könnte, worauf er so lange gewartet hatte.

Dann nehmt ihn mit meinem Schwert: Cornelio Licinio Tortonese, Sohn des Ettore!

Im selben Zug, mit jedem Wort, jeder Silbe, nahm er die Waffe, holte aus, fuhr damit durch die Luft, auf mich zu - gestört von der zaghaften Stimme meiner Schwester, die den Lärm gehört hatte, im Türrahmen stand, zu mir und zum Schlächter blickte.

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Cesare Foscari

Oberster Verwalter der Markthalle, Besitzer des Landgutes Sant' Ambrogio. Kaufmann, Ratsherr, Wein- und Kunstliebhaber.

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