Palatina sul aqua

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Das Oberhaupt Palatinas ist der...:
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Die letzten Beiträge des Themas - Der Fluss Rio
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  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Ihr hättet eurer Mutter durchaus sagen können, was für einen widerlichen Geschmack sie hat und dass es nicht gerade angenehm ist, auf der Straße einem lebendigen Berg aus Zuckerguss zu begegnen...ich habe diese dinger sogar in rosa gesehen!

antwortet sie Raffaele, schüttelt sich, während sie ein Stück auf die beiden zugeht, jedoch eher den Foscari im Auge behält.

Sie vertraut ihm eher, als dem anderen Kerl- wenn man denn überhaupt von Vertrauen reden kann- da sie ihn zumindest kurzzeitig kennengelernt zu haben glaubt. Ihre Frage ihm gegenüber steht noch immer in ihrem Gesicht geschrieben, doch sie geht auf die Seinigen ein.


Um eine Entscheidung zu treffen, wäre es sinnvoll, wenn ich die Art Eures Unterfangens kennen würde- das Risiko, das damit verbunden ist...und die Bezahlung.

Ihre Stimme ist sachlich, nicht provozierend- rein interessiert


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Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:46
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Kommt ganz darauf an, was die "Freibeuterin" will.

wendet er sich gut hörbar um

Denn das würde mich wirklich interessieren. Wir sind nun durch Porto Vecchio durch. Wollt Ihr in Palatina aussteigen? Euch wieder übers Meer absetzen? Was ist Euer Ziel?

Cesare fragt in neutralem Ton. Die Frage ist ehrlich. Die Hilfe hatte er nur auf diese Aktion angesetzt. Da Liana aber ohne Schiff vorerst auf dem Trockenen saß, und bereits auf der Fahrt deutlich machte, dass ihr die Stadt nicht gefiel, war es Zeit, Farbe zu bekennen, damit man Liana einplanen konnte doer nicht.

Ich werde Euch natürlich die Hilfe bezahlen. Sobald wir wieder unseren Ruf hergestellt haben, und ich auf mein Vermögen zugreifen kann.

Er wispert leise zu Raffaele:

Veregsst den Zunftmeister der Kartenmaler nicht, der mit dem Jolly unter einer Decke steckt.
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:42
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
»Bianca war schon immer Opportunistin. Sie wird wissen, was sie tut - letztendlich scheint er ihnen eine große Hilfe gewesen zu sein. Und gegen einen Assassinen, einen Senator mit Assassinenausbildung, einen Patrizier mit bewegter Vergangenheit, eine äußerst gewiefte Bänkerin und eine .... Freubeuterin ... wird selbst der Jolly nichts ausrichten können, Signor Foscari. Was uns im Moment stärkt ist unsere Einheit.« Spricht Raffaele, unbekümmert von dem Lärm, den Liana macht.

Er deutet auf die Rückseite des Briefes, formt mit dem Mund ein stummes "Messingbrücke" und wendet sich dann Liana zu.


»Signora hat sich also aus dem Kleid befreit. Scheußlich, was meine Mutter früher trug - eventuell hat sie es deshalb auf dem Schiff zurückgelassen, das sie am seltensten betritt.« Spricht der Senator mit einem amüsierten Glitzern in seinen Augen.

Die Hermes durchquert bereits Seravalle.
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:38
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Kaum hat sie die Angelegenheit für sich abgehakt, tönt aus Richtung der beiden Männer ein einzelnes Wort zu ihr herüber...naja...zwei Wörter...

"DER JOLLY?"

sie blickt sich um...den Namen hatte man ihr gegenüber doch schon einmal erwähnt, oder? Sie meint, sich erinnern zu können, das er nichts Gutes zu bedeuten hat.

Alles in Ordnung, Signore Foscari? Was ist los?

ruft sie hinüber, hat eine schlechte Vorahnung
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:36
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Stoisch, indes hinter ihm gebrüllt und geflucht wird, und eine sirenische Riesengarnele mit dem armen Matrosen herumspringt, überfligt Cesare die Zeilen.

Und wo sollen wir uns treffen?

hakt er wie völlig losgelöst vond er Situation nach - und stockt nochmals

Moment mal: der Jolly. Der Jolly? DER JOLLY? Ist die des Wahnsinns? Der ist doch dafür verantwortlich, dass wir in unserer eigenen Republik verfolgt werden!
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:32
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Wie das während vertraulicher Gespäche so üblich ist, kommt Liana fluchen auf das deck und zerrt sie vielen Stofflagen und rüschensäume des Kleides die Treppe hinauf- es hat irgendwie Ähnlichkeit mit dem Anblick eines riesigen, cremefarbenen Tintenfisches, der sich mit letzter Kraft am Boden festzusaugen versucht, während er zum Hackklotz geschleift wird.

Liana blickt sich kurz um und geht dann eradewegs auf einen jüngeren Matrosen zu, der sie leicht verstört mustert und einen Schritt zurückweicht, als sie ihm entgegenkommt.


Hey, Du....ich habe keine Ahnung, wo auf diesem Schiff was verwahrt wird, also sei bitte so nett, suche irgend eine überdimensionale Kleidertruhe, schmeiß diesen unrat hier hinein und knall den Deckel in meinem Namen richtig laut zu....würdest du das für mich tun?

sie lächelt ihn freundlich an und drückt ihm- keinen Widerspruch zulassend- das Kleid an die Brust

Oh, und nimm diesen Kram hier gleich mit...

sie hebt den Hut und die Stiefel auf, die noch immer achtlos auf dem Deck herumliegen und packt sie dem armen Kerl ebenfalls noch in die bereits überladenen Arme, welcher daraufhin schluckt, nickt, und davonstolpert

Richtig nette Leute hier...

stellt Liana zufrieden fest.
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:29
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Raffaele dreht sich zu Cesare um, nickt nachdenklich, als er hört, dass der Foscari keine Neuigkeiten habe.

»Wie es der Zufall will - «

Raffaele zückt ein kleines, zusammengefaltetes Stück Papier.

»Kam dieses Schreiben nur wenig später nach eurem. Wir haben die Karten von Oceano wieder.«

Sagt er und übergibt dem Foscari Biancas Nachricht, in dem sie in knappen Worten berichtet, Oceano eingeholt und die Karten wiederbeschafft zu haben.
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:20
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Cesare wendet sich derweil an Raffaele.

Keine Informationen. Aber wir kommen nach Palatina. Das ist wenigstens etwas. Wir haben die Karte. Bleibt zu hoffen, dass Eure Vertrauten ähnliches Glück haben.

Keine Nachrichten, bisher?

wagt er zu hoffen.
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:17
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Während Liana sich nach unten verzieht, um sich eine stille Ecke zu suchen, in der sie sich aus ihrer Zwangsjacke schälen kann, versucht sie zu ergründen, ob sie im Moment tatsächlich glücklich ist, oder nur noch das freudige Gefühl der Aufregung in ihr nachklingt. Da sie zu keiner schlüssigen Erklärung kommt, befiehlt sie ihrem Verstand, sich für Letzteres zu entscheiden- einfach aus Prinzip.

So schnell, wie es ihr nur irgendwie mit dem unbekannten Fummel möglich ist, zwängt sie sich aus dem Kleid. Durch die feste Schnürung ist es kaum möglich, die Arme auf den Rücken zu bewegen, um eben diese zu öffnen, doch sie zwingt sich zur Gedulg und widersteht dem Drang, den cremefarbenen Stoff einfach zu zerfetzen.

Man konnte ja nie wissen, wann man etwas derartiges noch einmal gebrauchen konnte.


Wenn mich jemals eine Person zwingen sollte, mir so etwas überzustreifen...knirscht sie mit zusammengebissenen Zähnen...werde ich ihr ein Gift untermischen, dass sie von da an als meinen Leibdiener arbeiten lässt...mit einem kräftigen Ruck befreit sie einen Arm aus dem ihrer Meinung nach viel zu engem Ärmel

...und dann, werde ich mir eine riesige Villa kaufen...zischt sie, zerrt an dem anderen Ärmel

...und sie komplett verwüsten....endlich kann sie auch ihren zweiten Arm befreien und etwas freier atmen. Sie zerrt das Männerhemd aus dem Seesack und streift es über, bevor sie den oberen Teil des Kleides von sich reißt.

...und wenn er etwas in Ordnung gebracht hat, werde ich es sofort wieder zunichte machen....

erleichtert nimmt sie einen tiefen Atemzug, kramt die Nomadenhose hervor und zieht sie unter ihre Röcke, bevor sie das Kleid vollständig abstreift- es fühlt sich an, als hätte man ihr einen Anker vom Rücken genommen

...und er wird alles aufräumen müssen....sie schlingt sich ihren Gürtel um die Hüfte

...in DIESEM Kleid! sie zieht die Schnalle zu, hebt das Kleid vom Boden auf, zerrt sich den Verband vom Kopf und stapft barfuß zurück an Deck
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 21:10
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Die Hermes nutzt den günstigen Wind von der Küste und kann den Rio hinaufsegeln. Der mächtige Fluss ist zu dieser Zeit des Jahres träge, schleppt sich nur zur Küste und leistet den schlanken Bordwänden kaum Widerstand.
Beitrag Verfasst: Sa 12. Jul 2014, 20:52
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Die Reise geht nach dem Zwischenstopp in Serravalle weiter... Lidia schaut hinaus aus dem Fenster, aber sie denkt an den Hugendubelkauz, den sie verstaut hat. Es war eine Gemeinheit, so einen armen Vogel als Regen- oder Sonnenschirm zu verwenden. Die Leute hier mussten völlig skrupellos sein! Sie mag sich gar nicht ausdenken, wie viele Hugendubelkäuze bereits ins Ausland über Porto Vecchio geschafft worden sind... wenn sie könnte, hätte sie alle Schirme gekauft, um sie dann freizulassen...

Aber selbst den einen, den sie hatte, wollte ja schon nicht weg. Ob sich das später enden würde...?

Auf der Fahrt hat sie genügend Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Sie bemerkt dabei gar nicht, dass der Junge, der zugestiegen ist, auch ein Hermelin besitzt. Der Junge ist eingenickt, und das Hermelin hat sich zu Andromache gesellt... von ihren Menschen unbeobachtet, stellen sich beide auf die Fensterbank, und hätte es ein Akkordeon gegeben, so hätten beide jetzt eins in der Hand...


Eine Seefahrt die ist lustig
Eine Seefahrt, die ist schön

Denn da kann man fremde Leute
An der Reling kotzen sehn!

Hol-la-hi, hol-la-h!
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho!

Hoi - hoi - hoi - hoi!

Und der Koch in der Kombüse,
Diese vollgefressene Sau,

Mit den Beinen im Gemüse,
Mit'm Achtern im Kakao.

Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho

Hoi - hoi - hoi - hoi!

Andromache macht dagegen einen irgendwie sehr freudigen Ausdruck im Gesicht...

Hier geht es weiter
Beitrag Verfasst: Di 16. Apr 2013, 15:37
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Meint ihr ... ? Meint ihr Giulia hatte sich in diesen jungen Kerl verliebt? Oder nein, das war doch gefühlsbelastete Dummschwätzerei. Vielleicht hatte sie ihn auch nur abgelenkt. Oder solcherlei.

Raffaele nimmt das Buch, schaut sich das gelbe Pony an.

Besitzer ... Cornelio Licinio Tortonese. Er berührt mit den Fingern den Namen auf der Seite, tippt einmal drauf. Nachdenklich schaut er sich die anderen Seiten an und wird immer düsterer.

Ich verstehe. Und nun sitzen wir tiefer in der Patsche als noch zwei Stunden zuvor, wo ich dachte, dass eine eingestürzte Villa und eine geprellte Seite nicht sehr viel mehr ausarten könnten.

Er schweigt und folgt Cesares Blick. Tatsächlich sah Porto Vecchio sehr malerisch aus, verträumt. Man könnte meinen, wenn man den Leuchtturm nahm, etwas rot und ein grünliches Dach hinzufügte ... man könnte meinen auf eine nicht minder bekannte Lagunenstadt hinzuzufahren.

In der Hafenstadt ...
Beitrag Verfasst: Fr 29. Mär 2013, 00:18
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Als er Giulia sah, und sie ihn, da geschahen Dinge, die ich nicht verstehe, und keiner zu verstehen vermag. Die Jugend verstehen die Alten nicht; ich verstand sie schon damals nicht, als ich selbst jung war. Aber ich sage Euch, dass es an diesem Tage Giulia war, die mir das Leben rettete.

Daraufhin öffnet er das Buch auf der Reling, schlägt das "Pony der Trauer" auf.

Und ich gebe Euch dieses Buch, um nachzusehen, wem die letzte der Ponykarten gehört.

Er lässt dies so stehen. Er könnte noch weiter erzählen. Doch er will den Mitstreiter nicht langweilen, ihm Raum lassen, vielleicht eigene Gedankenstrippen nähen lassen, und ihm Antworten geben, wenn er Fragen hatte.
Indes Raffaele in das Buch blicken darf, genießt der venezianer den Anblick Porto Vecchios in der ferne. Eine Stadt im Wasser, am Meer... inselgleich.


Porto Vecchio in der Nacht ist ein schöner Anblick, mit Fackeln auf den Zinnen wie Glühwürmchen...
Beitrag Verfasst: Fr 29. Mär 2013, 00:10
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Die Macht des Namens. Eine eigenartige Sache, gewiss. Sagt derjenige mit geschätzten Siebzig Vornamen.

Dieser Cornelio, oder soll ich ihn den Schlächter nennen? Mir widerstrebt es so einen Titel zu vergeben, auch wenn er dutzende, wenn nicht hunderte Menschen getötet zu haben scheint. Jedenfalls, Cornelio Licinio Tortonese ... ich kann damit nichts in Verbindung setzten, ihr? Sicher habt ihr nachgeforscht.

Eure Schwester unterbrach euch? Raffaele runzelt die Stirn. Wie das folgende ausgehen würde, wie so langsam sich nun die Vernetzungen in seiten "Schwager" taten und nun die grausame Wahrheit bezüglich des letzten Ponys offenkundig wurde, und die damit einhergehende Erkenntnis, dass jene so gut wie unmöglich zu beschaffen sei ... das alles zieht nun in Raffaele Gehirn seine Bahnen. Und dennoch interessiert ihn brennend die Frage, warum genau Cesare in solche Gefahren geraten war - mochte er auch als Patriziersohn Weltreisen unternommen haben, so ganz rein schien diese Angelegenheit auch nicht.
Beitrag Verfasst: Fr 29. Mär 2013, 00:04
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Wir haben später viel recherchiert, doch mir sind nicht alle Brüche bekannt. Ich weiß nicht, ob er zur Kategorie der boshaften Menschen gehört. Ich weiß gar nicht, was man über ihn mit Sicherheit sagen kann. So wie auch damals, Signore.

Ich wusste keine Antwort. Nichts wusste ich zu sagen, obwohl ich monatelang so viele Fragen hatte, die ich ihm gestellt hätte, wäre ich auf der anderen Seite gewesen, hätte ich das Schwert gehalten. Doch in den letzten Sekunden ist alles gleich sinnlos, wie es zugleich kostbar ist. Nur eines, das kam mir in Sinn. Das, was mir mein eigener Lehrer gesagt hatte, da er mich in der Schwertkunst und in seiner Weisheit unterrichtet hatte: dass der Name einer Person sie schwach macht. Wer die Identität kennt, wer weiß, mit wem er es zu tun hat, der verliert an Macht. Die Moslems glauben daran, dass Allah 100 Namen hat, von denen 99 bekannt sind; der letzte aber bleibt geheim, weil dieser unaussprechbar sei. Aber auch hier liegt dasselbe System zugrunde: wüssten die Muslime den 100. Namen Allahs, verlöre dieser an Macht, da sein Geheimnis bricht.

So riss ich mich zusammen, und fragte ihn danach, um wenigstens jetzt, wo mein Leben vorbei war, dieses Geheimnis zu brechen. Aus Prinzip. Weil es meinen längsten Triumph bedeutete, den Namen meines Mörders zu kennen.

Ich brauche keinen Namen mehr.

"Wenn Ihr keinen braucht, so könnt Ihr mir ja Euren geben."

Sein Blick blieb trotz der Spitze starr. Womöglich auch, weil er selbst keinen Konter auf die Antwort wusste, die ansonsten in pure Gewalt gemündet hätte. Und zum ersten Mal an diesem Abend sah ich eine Regung in seinem Gesicht. Kein Grinsen. Kein Lächeln. Ein Mundverziehen, wie man es mit Genuss tut, in der Vorfreude, dass man nun das tun könnte, worauf er so lange gewartet hatte.

Dann nehmt ihn mit meinem Schwert: Cornelio Licinio Tortonese, Sohn des Ettore!

Im selben Zug, mit jedem Wort, jeder Silbe, nahm er die Waffe, holte aus, fuhr damit durch die Luft, auf mich zu - gestört von der zaghaften Stimme meiner Schwester, die den Lärm gehört hatte, im Türrahmen stand, zu mir und zum Schlächter blickte.
Beitrag Verfasst: Do 28. Mär 2013, 23:51
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Ich weiß, wie es sich anfühlt, sein Leben kurz vor dem Ende zu glauben. Pflichtet er ihm bei, macht klar, dass ihm das keineswegs unergründlich schien.

Ein so junger Mensch? Ist Raffaele dann verwundert. Und dass sollte dann der Schlächter von Genua sein? Kaum vorzustellen.

Ihr wisst nicht zufällig, wie ein so junges Leben so derart ... wie soll man sagen, verkommen konnte? Ich mag nicht urteilen, zumal ich selbst im Ruf stehe gewissenlos an manche Angelegenheiten ranzugehen, besonders in meiner Zeit als Thronfolger, doch bekomme ich den Verdacht nicht los, dass dieser Schlächter ... böse ist? So banal es auch klingen mag, was mag einen zu solcher Wut treiben?

Sinniert Raffaele. Er kannte Wut. Seine ganze Familie kannte Wut und Hass. Und Hinterhälte und berechnende Kühle, doch das was Cesare schilderte schien weit über das hinaus zu gehen, was je auch nur im Denkbaren von Raffaele größtem Zorn hätte sein können. Oder Seinen Fähigkeiten. Es war geradezu dumm, Vergleiche mit ihm anstellen zu wollen.
Beitrag Verfasst: Do 28. Mär 2013, 23:39
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Er war ein weitaus besserer Diplomat als ich. Das hing wohl damit zusammen, dass Achille in erster Linie Botschafter war, und nebenbei Händler. Bei mir liegt der Fall genau andersherum.

empfindet das Cesare im Nachhinein als Schmach, so, als wäre der Beruf eines Handelsheeren schäbig.

Nun, man sagt mir immer wieder, ich solle vielleicht schreiben. Allerdings sehe ich das als überflüssig an, denn man findet so schwer einen Verlag. Warum Geschichten verfassen, die kein Mensch braucht?

tut er uninteressiert, macht eine Handbewegung

Doch lasst mich fortführen, was geschah. Auch, wenn aus Eurer Sicht vielleicht die Zeit gefroren wäre.

Denn in den letzten Sekunden, wenn man glaubt, dass sein Leben vorbei ist, dauert alles länger. Vielleicht, weil man den Atem auskosten will, den man tut. Mir kam nur Gedanke daran, dass wir den Schlächter über ein Jahr gesucht hatten - und er stattdessen auf mich gewartet hatte. Und dennoch verwunderte mich der Gedanke, dass ich noch lebte, denn üblicherweise durchfuhr seine Klinge das Opfer sofort. Soll ich Euch sagen, was er gesagt hat?

Ich gebe Euch ein paar Sekunden mehr von Eurem erbärmlichen Leben, weil Ihr so viel davon für mich vergeudet habt!

Ich weiß nicht, ob ich der erste Mensch war, der ihn ansehen konnte, ohne später von der Welt zu gehen. Vielleicht durfte ich das auch nur, weil er davon ausging, dass ich bald sowieso sterben würde. Gleich, wie man es wendet: mein Kopf wandte sich zur Seite, erblickte ihn. Und ich war baff. Denn wenn man sich einen kompromisslosen Assassino vorstellt, dann nicht als jemanden, der so jung ist.

Der Assassino war jünger als ich es war. Nicht einmal zwanzig Jahre. Mehr Kind denn ich. Und in seiner Faust steckte Wut, die das ganze Schwert in seiner Hand vibrieren ließ. Ich rechnete zurück, und kam zum Schluss, dass er, der dutzende in Genua auf dem Gewissen hatte, damals höchstens Siebzehn gewesen sein konnte. Und doch sah ich niemals so viel Härte, so viel Abscheu und Hass zugleich, dort, wo man sonst das Gesicht sieht. Keine heiße Wut wie der Italiener sie hat. Sondern eine kühle. Eine nicht blinzelnde. Eine, welche die Augen zu Schlitzen verkommen lässt, die Augen bernsteinfarben hinterlässt, und die einen in Alpträumen verfolgen. Leute, die dunkel wie ein Schatten sind, weil man sie nicht zu ergründen vermag.
Beitrag Verfasst: Do 28. Mär 2013, 23:23
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Euer Vater ... ich entsinne mich, mein eigener Vater hatte mir mal von dem diplomatischen Geschick eines gewissen Achille Foscari erzählt ... damals, als mein eigener Onkel noch hier lebte und als Vertreter des Herzogtums die Vorkommnisse in der Stadt zu berichten wusste. Sagt Raffaele, möchte aber nicht den Vortrag des Foscari unterbrechen.

Das kurze Grinsen erinnert Raffaele zum ersten Mal seit langem daran, dass auch Cesare eine Jugend gehabt hatte, Freude und Trauer erlebt hatte. Viel zu lange hatte er bereits nur noch den Handelsherrn gesehen, der ihn kurz nach seiner Ankunft zwei Fässer Wein verkauft hatte, mit dem er sich im Ballspielhaus duelliert hatte. Dabei steckte doch viel mehr hinter dieser Person.

Erst nach der dramatischen Pause, die nach der Erzählung der Klinge am Rücken des Foscari folgt, regt sich der Nobile wieder.


Ihr habt ein Händchen für dramatische Momente. Ich bin neugierig, was darauf folgte ...
Beitrag Verfasst: Do 28. Mär 2013, 23:13
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Für einen Moment schließt er die Augen, konzentriert sich. Für Augenblicke scheint er versunken, so, als tauchte er in eine Trance ein, um sich besser zu entsinnen, was einst geschehen war.

Es war eine Nacht wie diese. Kühl, aber angenehm für den März. Die Magnolienknospen in unserem Garten verströmten ihren Duft, da ich in das Haus meines Vaters zurückkehrte, nach über einem Jahr der ewigen Reise. Da ich wieder meine Brüder grüßte, meine kleine Schwester umarmen konnte. Mein Vater hatte damals bereits die Arbeit an Marcantonio und Augusto übertragen. Ein vornehmer, venezianischer Nobile, der sich ganz der Diplomatie und den Beziehung zwischen beiden Republiken gewidmet hatten, indes sein ältester und sein jüngster Sohn die Wirtschaft führten. Seine Falten war tief geworden.

Im Haus lag ein feiner Duft von Limone, da Augusto extra für mich ein Fass Zedrata geholt hatte. Er hatte bereits die Händler in Borghetto bestochen, um herauszufinden, wann ich ankäme...

grinst der Foscari für einen Moment, kommt wieder auf das Geschehen zurück

Wir feierten damals bis spät in die Nacht. Ich weiß noch, dass wir 1540er tranken, die letzten Fässer, die es gab. Hätten wir gewusst, dass der Foscari-Wein eines Tages so gefragt würde... nein, selbst dann hätten wir gefeiert. Es war das letzte Mal, dass ich meinen Vater lächeln sah. Ein feines Lächeln, das eine große Zufriedenheit verriet, über sich, seine Familie und die Welt. Aber Signore, Ihr mögt Euch nicht vorstellen, wie wohl es mir ging. Nicht zuletzt das sanfte Bett meiner Jugend im Rücken zu spüren, nach Monaten des Wanderns, Reitens und Reisens, wo man oft unter dem Mond hatte geschlafen hatte, die Haut in Stoff und Gras ihr Laken hatte finden müssen.

Noch ganz vom Wein und Dessert betäubt, ging ich auf mein Zimmer, sah durch das offene Fenster, schaute den Rio, wie er sich durch Palatina gen Porto Vecchio wälzte, nach vielen Monaten wieder die Neustadt, und das Feuer auf dem Vargazza- und Mascarpone-Turm. Ich atmete die Magnolienluft ein, reckte mich, im Wohlgenuss badend, nach all den Tagen, wieder daheim zu sein, und schaute den Mon, wie er Licht auf der fensterbank verteilte - von plötzlichem Schatten unterbrochen.

Und eine Klinge an meinem Rücken.
Beitrag Verfasst: Do 28. Mär 2013, 23:05
  Betreff des Beitrags:  Re: Der Fluss Rio  Mit Zitat antworten
Vor eurer Zeit als Handelsherr in Palatina scheint ihr eine recht bewegte Zeit gemeistert zu haben, Signor. Ich weiß zwar nicht, ob ich euch deswegen mehr respektieren oder gar fürchten soll, ich belasse es jedoch im Moment dabei. Spricht er langsam, sich auf die genannten Daten konzentrierend. Genua ... Genua, nein, nichts fiel ihm ein, was man allgemein als schreckliches Ereignis hätte markieren sollen und normalerweise war Raffaele doch in solchen Angelegenheiten stets gut informiert.

Erzählt ruhig, wir scheinen uns sowieso in der Materie zu befinden. fordert Raffaele den Handelsherrn auf, doch weiter zu erzählen. Tatsächlich weckte die ganze Geschichte in Raffaele ein geradezu immenses Interesse.
Beitrag Verfasst: Do 28. Mär 2013, 22:46

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